„…und dann nochmal studieren?“ – Öffnung der Hochschulen für beruflich Qualifizierte auch ohne Abitur

Thema: Jahrestagung der niedersächsischen Kooperationsstellen Hochschulen und Gewerkschaften

Wann? 21.02.2012

Wo? TU Braunschweig

Chancen und Möglichkeiten wissenschaftlicher Weiterbildung, Gestaltungsanforderungen und Handlungsbedarf

Der Niedersächsische Landtag hat im Juni 2010 die rechtlichen Grundlagen für die Aufnahme eines Studiums für beruflich Qualifizierte auch ohne Abitur erheblich erweitert.

Dies geschah nicht ohne Grund: Die Arbeitswelt wandelt sich, u. a. findet eine Umschichtung der Erwerbstätigkeit von Produktions- zu Dienstleistungstätigkeiten statt. Einher mit dieser „Tertiarisierung” geht ein Höherqualifizierungstrend. In allen Berufen steigen die Qualifikationsanforderungen, der Anteil der Hochqualifizierten im gewerblichen wie im akademischen Bereich wächst. Gleichzeitig sinkt die Halbwertzeit des Wissens rapide. Wissen ist in immer kürzerer Zeit überholt – dies gilt umso mehr je spezieller dieses Wissen ist.

Hinzu kommt der Demografische Wandel. Die Gruppe der erwerbsfähigen Bevölkerung wird immer kleiner, die Altersgruppe der 65-Jährigen und Älteren nimmt zu. Laut BMAS muss es innerhalb der nächsten 15 Jahre gelingen, ca. 1,2 Mill. Menschen zusätzlich ins Erwerbsleben zu bringen – und dies bei insgesamt sinkendem Arbeitskräftepotential.

Die Bedeutung des lebensbegleitenden Lernens, der (wissenschaftlichen und beruflichen) Weiterbildung nimmt also zu. Mehr Menschen müssen besser und stetig qualifiziert, das Arbeitskräftepotential muss besser erschlossen und ausgeschöpft werden.

In diesem Kontext steht die „Offene Hochschule“.

Doch allein die gesetzlichen Bestimmungen reichen nicht aus. Weitere Rahmenbedingungen müssen gestaltet sein, um Berufstätige dazu zu motivieren, sich an einer Hochschule weiter zu qualifizieren.

Flexiblere Studienzeiten, berufsbegleitende Teilzeitstudiengänge, kleinformatige, modulare Angebote, veränderte Lernformen und -inhalte, das Übergangsmanagement, Finanzierungs- und Freistellungsmöglichkeiten, Rückkehrrechte in den Betrieb, in die Einrichtung oder Verwaltung, Qualifizierungsbedarfe und –anforderungen sind hier u. a. Themen, die es zu bearbeiten gilt.

Diese Gestaltungsanforderungen an Hochschule, Arbeitsplatz und Gesellschaft mit einem besonderen Blick auf die betriebliche Seite waren Inhalte der Tagung, an der mehr als 120 Personen, Akteurinnen und Akteure aus dem Feld "Offene Hochschule" teilgenommen haben.

Vorträge und Dokumente