Bundeskonferenz: Wissenschaft für den Frieden - Hochschulen gegen den Krieg

13. - 14.12.2003 in Göttingen


- Einladungsflyer [PDF: 165 KB]
- Vorab-Presseinformation [PDF: 121 KB]
- Erklärung des Hochschulfriedensnetzwerkes
vom 14. Dezember 2003 [PDF: 80 KB]


Die Friedenskonferenz im Jahr 2003 fand als gemeinsame Veranstaltung der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften Universität Göttingen und dem Hochschulnetzwerk gegen Krieg statt. In der Einladung hieß es:

»Das Hochschulnetzwerk gegen Krieg ist ein Zusammenschluss bildungspolitischer Verbände, die gegen die vorherrschende technokratische Hochschulentwicklung Einspruch erheben. Wir setzen das Leitbild einer Wissenschaft in gesellschaftlicher Verantwortung gegen das Postulat nach ökonomischer Verwertbarkeit. Krieg und Frieden berühren unmittelbar die Themenstellungen von Wissenschaft ebenso wie das Zusammenleben und -wirken aller Hochschulangehörigen. Hochschulen sind dabei kein unkritisch funktionierender Dienstleistungsbetrieb, sondern ein öffentlicher Raum der wissenschaftlichen, kulturellen und politischen Debatte. Ihr Auftrag ist es, zur Zivilisierung von Konflikten und zum Abbau von Feindbildern beizutragen. Dazu gehört auch die Erforschung der Ursachen und Zusammenhänge von Krieg und Gewalt.

Krieg ist nie eine Alternative zu politischem Handeln. Die wachsende Militarisierung in der Innen- und Außenpolitik stabilisiert vor allem traditionelle Macht- und Ungleichheitsverhältnisse. Sie verschärft die sozialen, ökonomischen und kulturellen Interessenkonflikte. Zivilen Problemlösungen wird der Boden entzogen.

Indem wir über Friedenspolitik debattieren, sprechen wir damit auch über künftige Aufgaben einer sich politisch verstehenden Wissenschaft.«

Pressespiegel

Bericht des Göttinger Tageblatts


Tagungsprogramm

16. September 2010
10:30 Uhr Anmeldung
11:00 Uhr Begrüßung
Prof. Dr. Jürgen Schneider, Natwiss, Univ. Göttingen
Dr. Frank Mußmann, Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften, Göttingen

Krieg und Globalisierung
Prof. Dr. Birgit Mahnkopf, wiss. Beirat Attac, FHW Berlin

Gesellschaftspolitik zwischen Sozialabbau und Krieg
Margret Mänig-Raane, Stellvertr. Vors. ver.di

Die Verantwortung der Hochschulen für den Frieden
Dr. Helga Schuchardt, Hamburg

Wissenschaft, Kritik und gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse
Prof. Dr. Morus Markard, BdWi, FU Berlin

Moderation: Dr. Frank Mußmann
15:00 Uhr Arbeitsgruppen, Einführung:
Matthias Lindner, ver.di-Jugend

Militainment in den Medien
Aufgaben einer kritischen Mediensoziologie
Dr. Tanja Thomas, TU Ilmenau
Fabian Virchow, BdWi, Erfurt

Herausforderungen von Bio- und Gentechnologie
Frieden in der biologischen Ausbildung
Prof. Dr. Dieter Meissner, Natwiss, FH Wels

Ökonomie und Militarisierung
Wirtschaftswissenschaftliche Einwände
Dr. Peter Lock, EART, Hamburg
Dr. Ingo Schmidt, BdWi, Univ. Göttingen

Physik und (Weltraum)Rüstung
Dr. Jürgen Scheffran, IANUS, Potsdam

Friedensvölkerrecht
Politische Defizite in der juristischen Ausbildung
Dr. Philipp Boos, IALANA, Marburg

Soziale Technikgestaltung
Zur Technikkritik in den Sozialwissenschaften
Welf Schröter, Forum Soziale Technikgestaltung, DGB Stuttgart

Ohne Frieden mit der Natur kein Frieden
Umweltwissenschaften, Ressourcen, Nachhaltigkeit
Joachim Spangenberg, Natwiss, Köln
Prof. Dr. Jürgen Schneider, Natwiss, Univ. Göttingen

Soziologie und Frieden
Paul Schäfer, BdWi, Köln

Wir können euch nicht helfen
Frieden in der medizinischen Ausbildung
Dr. Ute Watermann, IPPNW, Berlin
Lena Selig, IPPNW, Leipzig

Geschichtswissenschaften = Kriegswissenschaften?
Prof. Dr. Ute Daniel, TU Braunschweig

Töten per Mausklick und Information Warfare
Informations- und Kommunikationstechniken auf dem Prüfstand
Ralf E. Streibl, FIfF, Univ. Bremen

Für die Menschenrechte und gegen Militarisierung und Globalisierung
Erziehung zum Frieden
Prof. Dr. Wolfgang Popp, BdWi, Univ. Siegen
Bernhard Nolz, PPF, BSV, Siegen
18:30 Uhr Open Space:
IPPNW-Ausstellung zu Hiroshima und Nagasaki,
Visualierung der Arbeitsgruppen, Speisen und Getränke im Foyer
17. September 2010
9:30 Uhr Grußwort der Universität
Prof. Dr. Horst Kern
, Präsident der Universität Göttingen

Ökonomische Hintergründe der Globalisierungskriege
Prof. Dr. Jörg Huffschmid
, wiss. Beirat Attac, Univ. Bremen

Friedenspolitik und studentisches Engagement
Lena Selig
, IPPNW-Studierendengruppe, Univ. Leipzig

Demokratie in der Hochschule - Hochschule in der Demokratie
Über die gesellschaftliche Verantwortung von Wissenschaft
Gerd Köhler, GEW

Moderation: Vera Klier, BdWi
11:45 Uhr Ergebnisse der Arbeitsgruppen - Gedanken zur Weiterarbeit
Einführung und Moderation: Reiner Braun, Natwiss

Frieden bewegen!
Ein streitbarer Appell zum Handeln
Prof. Dr. Joseph Weizenbaum, FIfF