Führung in verteilten Teams – Virtuelle Kommunikation (EFRE-gefördert)

Thema: Wissenschaftliche Weiterbildung in den Bereichen virtueller Kommunikation sowie räumlich verteilten Führens und Arbeitens.

Ziel: Wissenstransfer, Wissenschaftliche Weiterbildungsangebote für Fach- und Führungskräfte.

Laufzeit des Modellprojekts: 2010-2014

Aktuelle Projektphase: Inhouseseminare, freie Weiterbildungsangebote ohne Projektförderung

Website: www.uni-goettingen.de/de/148922.html

Projektinformationen

Die dynamische Entwicklung der Informations- und Kommunikations-Technologien verleiht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Unternehmen und Organisationen erweiterte Möglichkeiten, stellt sie aber auch vor neuartige Anforderungen. Führungskräfte müssen Teams leiten und motivieren, obwohl ihre direkten Einflussmöglichkeiten eingeschränkt sind. Räumlich verteilte Organisationsmitglieder müssen Arbeitsweisen erlernen, die ihre Handlungen für einander transparent und anschlussfähig machen.

Gefördert durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) hat sich die Georg-August-Universität Göttingen zum pilothaften Aufbau eines wissenschaftlichen Weiterbildungsangebotes im Themenfeld Führung virtueller Teams für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) entschlossen. Die Laufzeit des Modellprojekts lag ziwschen den Jahren 2010 - 2014.

In interdisziplinärer Zusammenarbeit sollen Weiterbildungs-Module zur Planung und Gestaltung kommunikationstechnisch vernetzter Arbeitsprozesse sowie zur kompetenten Nutzung digitaler Medien entwickelt und erprobt werden. Innerhalb von 36 Monaten soll ein entsprechendes Angebot curricular und organisatorisch entwickelt, pilothaft erprobt, fortentwickelt und evaluiert werden.

Getragen wird das Projekt von den drei Initiatoren: der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Universität, der Abteilung für Sozial- und Kommunikationspsychologie und der Professur für Informationsmanagement. Des Weiteren sind andere Hochschulpartner und regionale Unternehmen an der Entwicklung des Angebots beteiligt.

Herausforderungen des Managements verteilter Teams

Eine der wichtigsten Aufgaben im Management ist Kommunikation. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts hat dies der Managementforscher Henry Mintzberg sehr eindrucksvoll belegt. Seine Tätigkeitsanalysen zeigten, dass Manager/innen drei Viertel ihrer Zeit in Meetings oder Gesprächen im direkten Kontakt mit Menschen verbrachten. Medienvermittelt kommunizierten sie dagegen nur 6 % ihrer Zeit.

Das ist mehr als 30 Jahre her und die Zeiten haben sich drastisch verändert: Kommunikationsmedien wie Mobiltelefone, Internet und E-Mail haben die Globalisierung der Wirtschaft ermöglicht. Selbst die meisten Klein- und Mittelunternehmen sind heute in globale Netzwerke eingebunden. Dabei hat sich auch die Arbeit des Managements gewandelt. Zu den klassischen Führungsaufgaben sind vier zusätzliche Herausforderungen hinzugetreten. Wer diese Herausforderungen souverän bewältigt, ist auf das Management des 21. Jahrhunderts gut vorbereitet:

Im Rahmen des Modellprojektes wurden daher 4 Kompetenzfelder für die Führung in verteilten Teams erarbeitet, die sich wiefolgt beschreiben lassen:

Im Rahmen des Modellprojektes wurden daher 4 Kompetenzfelder für die Führung in verteilten Teams erarbeitet, die sich wiefolgt beschreiben lassen:

De-Lokalisierung

Die geografischen Räume der Zuständigkeitsbereiche von Managern haben sich massiv erweitert. Die Koordination eines über große Räume verteilten Teams schafft neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Doch um die Distanzen zu überwinden, müssen Führungskräfte die Aktivitäten der Teammitglieder ohne ständige Präsenz wirksam koordi-nieren können. Wie hält man ein verteilt agierendes Teams zusammen? Wie führt man es effizient zu Spitzenleistungen?

Diversität

Durch die räumliche Distanz ergibt sich eine viel größere Vielfalt der Mentalitäten, Kulturen und Nationalitäten der geführten Mitarbeiter/innen. Unterschiedliche Perspektiven und Sichtweisen kommen ins Team und versprechen Ideenreichtum und Kreativität. Doch interkulturelle Zusammenarbeit birgt auch Risiken. Vielfalt birgt Konflikt-Potentiale. Virtuelle Kommunikation provoziert Missverständnisse. Der Umgang mit psychische Belastungen und Stress wird in virtuellen Teams schwieriger. Wie können Manager die Potenziale der Vielfalt wirksam nutzen? Wie nehmen sie potentielle Konfliktherde frühzeitig wahr und wie begegnen sie ihnen?

Kommunikation

Der Anteil der Face-to-Face-Kontakte von Manager/innen hat sich drastisch verringert. Man kann nicht ständig auf Reisen sein. Nähe muss durch elektronische Kommu-nikationsmedien geschaffen werden. Auch elementare Führungsaufgaben lassen sich virtuell gestalten: Aufgaben verfolgen, Ziele vereinbaren, Feedback geben und Leistung bewerten. Doch wirksame Führung mit virtueller Kommunikation erfordert einen virtuosen Umgang mit den elektronischen Medien. Wissen Sie diese Medien wirksam einzusetzen? Kennen Sie die Möglichkeiten der neuen Kommunikations- und Kollaborationsmedien wirklich?

Netzwerk

Wenn der Informationsfluss gesichert ist, können Mitarbeiter/innen über große Räume wirksam kooperieren. Doch Informationsflut lenkt ab und reduziert die Wirksamkeit. Spezialisten aus vielen Regionen zusammenzuführen schafft einen einzigartigen Wissenspool. Doch welche Organisation brauchen diese Spezialisten, um als Team wirksam zu kooperieren? Wie organisiert man den eigenen Verantwortungsbereich am besten, um die Schlagkraft des verteilten Teams zu erhöhen? Wie können Informationsmedien und Werkzeuge so integriert werden, dass Wissensmanagement und Lernen gelingt?

Um diese für das Management verteilter Teams nötigen Kompetenzen zu erwerben, wurden im Rahmen des Modellprojektes 12 Seminare entwickelt. Jedes der folgenden Seminare ist einzeln buchbar und auch als In-House-Variante möglich.

Übersicht über das Gesamtprojekt

Aktueller Seminarkatalog

Allgemeiner Seminarkatalog 4 MB

Wissenschaftliche Weiterbildung „Führung in räumlich verteilten Teams – Mediengestützte Kommunikation“

Vergangene Seminarkataloge