Arbeitszeit - Umkämpfte Debatten

Details
um
Uhr
bis
um
Uhr
Ort
Alte Mensa am Wilhelmsplatz, Universität Göttingen
Veranstalter
Kooperationsstelle in Zusammenarbeit mit dem DGB SON u.a. anderen
Die Diskussion fand großes Interesse, der Saal war voll. Hintergrund: Die Bundesregierung plant eine weitere Flexibilisierung und Deregulierung des Arbeitszeitgesetzes. Dabei wird der 8-Stunden Tag und damit die Begrenzung der täglichen Arbeitszeit infragegestellt. Zudem geht es um die Ruhezeiten und die Arbeitszeiterfassung. Die Neuregelung des Arbeitszeitgesetzes soll in Kürze verabschiedet werden.
Vor diesem Hintergrund haben die Kooperationsstelle Hochschule Gewerkschaften (Uni Göttingen), der DGB Region und ver.di SüdOstNiedersachsen zu einer Diskussion eingeladen:
„Mit Macht für die 8: Arbeitszeit – Umkämpfte Debatten“
Arbeitssoziologin Prof. Dr. Nicole Mayer-Ahuja (Georg-August-Universität Göttingen) ordnet die gegenwärtigen Debatten historisch und politisch ein.
Anschließend diskutieren Wissenschaft, Politik und Arbeitgebervertretung mit Gewerkschafter*innen den Zweck, den gewünschten Vorteil und den Schaden einer Arbeitszeitflexibilisierung.
Das Podium moderierte Feridun Öztoprak:
- MdB Frauke Heiligenstadt (SPD)
- Dinah Stollwerk-Bauer (Geschäftsführerin Arbeitgeberverband Mitte e.V.)
- Prof. Nicole Mayer-Ahuja (Uni Göttingen)
Frau Stollwerk-Bauer verwies darauf, dass die wirtschaftliche Entwicklung gestärkt werden müsse und die Flexibiliisierung der Arbeitszeitregelungen auch von Beschäftigten gewünscht werde. Frau Heiligenstadt war zurückhaltender in ihren Erwartungen und betonte, dass es noch Verhandlungen zwischen den Koalitionspartner gebe. Gezielt Nachfragen ergaben alles in allen wenig Argumente dafür, dass die Arbeitszeitflexibilisierung die Wirtschaft stärken könnte. Eher sei ein Abbau von Arbeitnehmerrechten und sozialstaatlichen Standards zu erwarten, so Prof. Mayer-Ahuja.
Zahlreiche Fragen und Beiträge aus dem Publikum verdeutlichten, dass das Arbeitszeitgesetz bereits heute große Spielräume für Unternehmen gewährt. Konkrete Beispiele aus Branchen wie z.B. Gastronomie, Pflegediensten, Krankenhaus oder bei Kindertagesstätten zeigten, dass die gegenwärtige Arbeitszeitflexibilität zu enormen Problemen der Vereinbarkeit von Arbeit und sozialem Leben führt. Eine weitere Flexibilisierung würde die Situation dort deutlich verschlechtern. Die Podiumsteilnehmerinnen bedankten sich in ihren Abschluss-Statements für die Diskussion, die ihnen wichtige Einblicke über die Situation vor Ort vermittelt hätte.
