Frankfurter Arbeitsbelastungs- und Arbeitszeitstudie 2020

Thema: Wie viele Stunden arbeiten Lehrer und Lehrerinnen in Frankfurt wirklich? Wie beansprucht fühlen sie sich? Welchen Belastungen sind Lehrkräfte typischerweise, in welchen Zusammenhängen und wie lange ausgesetzt? In welchen Einsatzbereichen treten welche Belastungsformen verstärkt auf (Gruppen, Schultypen etc.) und wo werden Grenzen überschritten? Anfang des Jahres 2020 startete eine Arbeitsbelastungs- und Arbeitszeitstudie an Frankfurter Schulen

Ziel: Untersuchung der Arbeitssituation von Lehrkräften in Frankfurt, Identifikation von Belastungsfaktoren, von Belastungsspitzen, von Belastungsprofilen jeweils nach Schulformen und Lehrkraftgruppen, außerdem Identifikation dringender Handlungsbedarfe.

Aktuelle Projektphase: Die Studie begann nach dem Schulhalbjahreswechsel am 2. Februar 2020 mit einer Eingewöhnungsphase für teilnehmende Lehrkräfte. Danach folgte die Feldphase bis einschließlich Sonntag, den 8. März 2020. Nach umfangreichen Plausibilitätsprüfungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen laufen gegenwärtig die Auswertungsarbeiten. Eine Veröffentlichung der Projektergebnisse ist für September / Oktober 2020 geplant.

 

Studie zur Ermittlung der Arbeitssituation von Lehrkräften in Frankfurt

Die Kooperatiosstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Universität Göttingen führt Anfang des Jahres 2020 gemeinsam mit dem Umfragezentrum Bonn (uzbonn GmbH) eine Studie zur Ermittlung der Arbeitsbelastung und der tatsächlichen Arbeitszeit von Lehrkräften in Frankfurt durch. Diese Studie wird durchgeführt im Auftrag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Hessen (GEW Hessen) und des Frankfurter Bezirksverband der GEW.

Zur Motivation der Studie erläutert Maike Wiedwald, Vorsitzende der GEW Hessen: „In den zurückliegenden Jahren haben in ganz Hessen zahlreiche Lehrkräfte – in der Regel ganze Schulkollegien – Überlastungsanzeigen beim Hessischen Kultusministerium eingereicht. In diesen Überlastungsanzeigen werden zahlreiche Punkte angeführt, die die Arbeitsbelastung massiv erhöht bzw. die Arbeitsbedingungen verschlechtert haben. Vor diesem Hintergrund und auch angesichts der zahlreichen mündlich an uns herangetragenen Klagen über die Arbeitssituation an den Schulen, erscheint uns eine Untersuchung zur Arbeitssituation von Lehrkräften überfällig.“ Sebastian Guttmann, Vorsitzender des GEW-Bezirksverbands Frankfurt, ergänzte: „Gerade im Frankfurter Raum haben sich die Überlastungsanzeigen in der jüngeren Vergangenheit gehäuft. Die von Maike Wiedwald geschilderten Sachverhalte sind unverkennbare Indizien für eine hohe Belastungssituation. Nicht nur vereinzelt wird von starken Belastungen und steigender Mehrarbeit berichtet. Vor diesem Hintergrund sehen wir die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen Frankfurter Lehrkräfte eingehend wissenschaftlich zu untersuchen und die Belastungssituation qualitativ und quantitativ darzustellen.“

Wiedwald, Guttmann und der Leiter der Kooperationsstelle der Universität Göttingen, Dr. Frank Mußmann, erläuterten am 5. Dezember 2019 auf einer Pressekonferenz in Frankfurt den geplanten zeitlichen Ablauf des Projektes, welcher sich an einer vergleichbaren niedersächsischen Studie orientiert. Auf Basis eines umfangreichen Online-Fragebogens wird die Arbeitsbelastung Frankfurter Lehrkräfte ermittelt. Zudem sollen Informationen zur Arbeitszeit über ein Arbeitszeit-Schätzmodul sowie eine kurze, ein- bis vierwöchige Realerhebung der Arbeitszeit (minutengenaue Erfassung) gewonnen werden. Durchgeführt werden soll das Vorhaben nach dem Schulhalbjahreswechsel vom 2. Februar bis 8. März 2020. Danach erfolgt die Auswertung. Mit Befunden ist im Herbst 2020 zu rechnen.

Wiedwald, Guttmann und der Leiter der Kooperationsstelle der Universität Göttingen, Dr. Frank Mußmann, erläuterten am 5. Dezember 2019 auf einer Pressekonferenz in Frankfurt den geplanten zeitlichen Ablauf des Projektes, welcher sich an einer vergleichbaren niedersächsischen Studie orientiert. Auf Basis eines umfangreichen Online-Fragebogens wird die Arbeitsbelastung Frankfurter Lehrkräfte ermittelt. Zudem sollen Informationen zur Arbeitszeit über ein Arbeitszeit-Schätzmodul sowie eine kurze, ein- bis vierwöchige Realerhebung der Arbeitszeit (minutengenaue Erfassung) gewonnen werden. Durchgeführt werden soll das Vorhaben nach dem Schulhalbjahreswechsel vom 2. Februar bis 8. März 2020. Danach erfolgt die Auswertung. Mit Befunden ist im Herbst 2020 zu rechnen.

Auf der Pressekonferenz zum Start des Projektes äußerte sich auch die Personalrätin Anita Spezzano. Sie ist Lehrerin an der Georg-August-Zinn-Gesamtschule und erhofft sich wie die Kolleginnen und Kollegen ihrer Schule eine wissenschaftliche Referenz für die subjektive Wahrnehmung, „dass wir am Limit sind“. Die Georg-August-Zinn-Schule hatte wie viele andere Frankfurter Schulen eine Überlastungsanzeige gestellt: „Wir hatten dann zwar ein zugewandtes Gespräch mit dem Schulamt – aber das reicht uns nicht!“

Im Herbst 2020, so Sebastian Guttmann, sei mit einer öffentlichen Ergebnispräsentation der Studie zu rechnen: „Auf der Grundlage objektiver, wissenschaftlich fundierter Daten wird es spätestens dann hoffentlich möglich sein, zu durchgreifenden Verbesserungen für die Lehrerinnen und Lehrer an den hessischen Schulen zu kommen. Diese sind nicht nur im Sinne der Lehrkräfte, sondern auch der Schülerinnen und Schüler dringend geboten.“

Hier geht es zur internen Seite für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren mit vertiefenden Informationen zur Studie

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