Arbeitszeit und Arbeitsbelastung sächsischer Lehrkräfte 2022

Thema: Die Kooperatiosstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Universität Göttingen führt Mitte des Jahres 2022 gemeinsam mit dem Umfragezentrum Bonn (uzbonn GmbH) eine Studie zur Ermittlung der Arbeitszeit und Arbeitsbedingungen von Lehrkräften in Sachsen durch.

Ziel: Untersuchung der Arbeitssituation von Lehrkräften in Sachsen. Identifikation von Schwerpunkten der aktuellen Herausforderungen, vor denen Lehrkräfte in Sachsen stehen. Aufklärung der Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen nach Schulformen und Lehrkraftgruppen, außerdem Identifikation dringender Handlungsbedarfe. Wie ist der aktuelle Stand der Arbeitsbedingungen von Lehrkräften in Sachsen? Mit welchen durchschnittlichen Arbeitszeiten bewältigen Lehrkräfte ihren Berufsalltag, wo liegen Hotspots? Mit welchen (neuen) Anforderungen sind sächsische Lehrkräfte konfrontiert und wie schätzen sie ihre individuellen und schulspezifischen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewältigung aktueller Herausforderungen ein? Welche Chancen und Risiken kommen auf sie im Zuge zunehmend virtualisierter und digitalisierter Arbeitsformen und Unterrichtsformate zu?

Aktuelle Projektphase: Die Feldphase erfolgte im Juni / Juli 2022. Nach der Qualitätssicherung erfolgt die systematische Datenauswertung. Die Veröffentlichung erster Ergebnisse ist für Oktober 2022 geplant.

Materialien zum derzeitigen Forschungsstand:  Zum Download...


Informationen für Teilnehmende: Interne Projektseite für Teilnehmende

 


Die Corona-Pandemie und die dadurch forcierte Digitalisierung des Schulsystems in den zurückliegenden zwei Jahren haben die Arbeitsbedingungen von Lehrkräften einmal mehr in den Fokus gerückt. Neue Herausforderungen mussten kurzfristig im Sinne der Aufrechterhaltung des Bildungsauftrages angegangen und ad hoc Lösungen gefunden werden. Angesichts teils defizitärer Rahmenbedingungen wurden diese Anforderungen in bemerkenswerter Weise gemeistert.
Schaut man auf die individuellen Arbeitszeitbilanzen der Lehrkräfte und die Arbeitszeitordnungen der Länder haben Corona und Digitalisierung die seit mehr als fünfzig Jahren substantiell kaum veränderten Arbeitsbedingungen nun wie in einem Brennglas scharf gezeichnet und angesichts großer gesellschaftlicher Veränderungen in den letzten Jahrzehnten den damit einhergehenden Reformbedarf in vielerlei Hinsicht offengelegt. Dies gilt im gesamten deutschsprachigen Raum, in allen Bundesländern und auch im Bundesland Sachsen.

Ziel des hier angestrebten Projektes ist es, die konkreten aktuellen Herausforderungen für die Lehrkräfte in Sachsen und die Auswirkungen auf ihre Arbeitsbedingungen mit einer eigenständigen empirischen Studie in den Blick zu nehmen: Wie ist der aktuelle Stand der Arbeitsbedingungen von Lehrkräften in Sachsen? Dem soll quantitativ hinsichtlich Arbeitszeit und Tätigkeitenstruktur sowie qualitativ hinsichtlich typischer Beanspruchungen in allgemeinbildenden Schulen in öffentlicher Trägerschaft nachgegangen werden.

Zentrale Fragestellung des angestrebten Projektes ist es, die Arbeitsbedingungen sächsischer Lehrkräfte differenziert und aktuell aufzuklären. Im Zentrum der empirischen Erhebung steht eine Bestandsaufnahme der individuellen tatsächlichen Arbeitszeiten im Schuljahr 2021/2022, gruppenspezifische Differenzierungen (Alter, Geschlecht, Teilzeitquote, IST-SOLL-Differenzen etc.) sowie die Struktur der wichtigsten Tätigkeiten, ihre Schwerpunkte sowie mögliche Verschiebungen im historischen Vergleich. Verschiebt sich das Tätigkeitsprofil von Lehrkräften zum Beispiel weiter in Richtung außerunterrichtlicher Aufgaben und Tätigkeiten? Führt die Digitalisierung von Bildungsinhalten und pädagogischen Interaktionen zu einer weiteren Verringerung von Unterricht in Präsenz oder eröffnen sich neue Spielräume? Ergeben sich durch Teilen von Inhalten und die Zusammenarbeit auf Kollaborationsplattformen neue Möglichkeiten der Kooperation unter Lehrkräften? Welche Arbeits- und Belastungsdimensionen berührt der sich andeutende Tätigkeitswandel der sächsischen Lehrkräfte? Welche Konsequenzen haben Virtualisierung und Digitalisierung für den Arbeitsalltag von Lehrkräften bzw. bestimmte Gruppen von Lehrkräften? Mit welchen Maßnahmen muss die Einführung digitaler Werkzeuge, Medien und Konzepte flankiert werden? In welchen Bereichen und ggf. in welchen Formaten bestehen Weiterbildungsbedarfe?

Im Zentrum des Projektdesigns steht eine eigenständige empirische Studie für die drei Schulformen Grundschule, Oberschule sowie Gymnasium (Sek. I und Sek. II) in Sachsen, in Form einer Online-Erhebung. Den aktuellen Debatten um Arbeitszeit und Arbeitsbelastung sowie damit zusammenhängenden Themen rund um Digitalisierung und Medienbildung soll so eine evidenzbasierte Grundlage gegeben und sie so näher an die Schulwirklichkeit in Sachsen herangeführt werden. Durch aktuelle sachsenspezifische Befunde soll die Möglichkeit eröffnet werden, die Arbeitsbedingungen aus Sicht der unmittelbar betroffenen Lehrkräfte in den Blick zu nehmen und relevante arbeitspolitische Fragestellungen herauszuarbeiten.

Partner:

  • uzbonn – Gesellschaft für empirische Sozialforschung und Evaluation

Verantwortlich:

  • Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen

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