Digitalisierung im Schulsystem

Thema: Stand der Digitalisierung im deutschen Schulsystem mit Schwerpunkt auf den Erfahrungen und Erwartungen der beteiligten Lehrkräfte.

Ziel: Bundesweite Untersuchung der Arbeitssituation von Lehrkräften bei zunehmender Digitalisierung des Arbeitsplatz Schule. Welche arbeitspolitischen Herausforderungen ergeben sich für die Arbeitszeit und die Arbeitsbelastung von Lehrkräften? Identifikation dringender Handlungsbedarfe.

Aktuelle Projektphase:  Die Feldphase ist abgeschlossen. Sie startete für registrierte Lehrkräfte am 4. Januar und endete am 22. Februar 2021. Aktuelle Projektphase: Plausibilitätsprüfungen und Aufbereitung des Datensatzes, bei Unklarheiten Nachfragen bei Multiplikator*innen der teilnehmenden Schulen. Im weiteren Verlauf: Auswertung der Daten, Analyse von Zusammenhängen und Erstellung eines wissenschaftlichen Abschlussberichts.

Materialien:  Zum Download...


Link zum Studienportal / zum Online-Fragebogen (für Teilnehmende): https://digitalisierung-studie.de/teilnehmen

Informationen für bereits registrierte Multiplikator*innen und Lehrkräfte: Interne Plattform der Kooperationsstelle

Digitalisierung im Schulsystem ‒ Bundesweite Studie im ersten Halbjahr 2021

Neben der Corona-Pandemie und der Umsetzung der jeweiligen Hygienekonzepte beschäftigt derzeit kein anderes Thema die Schulen bundesweit so sehr wie die Umsetzung der Digitalisierung im Schulsystem. Beides steht sogar in einem Zusammenhang, haben sich doch Lockdown, Homeschooling und eingeschränkter Regelbetrieb bereits als umfassende Treiber der Digitalisierung erwiesen. Was können wir aus diesem unfreiwilligen „Feldversuch“ für eine humane Gestaltung digitaler Arbeitsformen im Schulsystem lernen? Viele Lehrkräfte haben sich ohne langes Überlegen und ohne Vorbereitung auf die neuen Herausforderungen eingelassen. Welche neuen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation und Zusammenarbeit haben sich bewährt, welche nicht? Welche Entwicklungs- und Gestaltungsbedarfe gibt es?

Zielsetzung der Lehrkräftebefragung

Im Auftrag der Max-Traeger- und der Walter-Hesselbach-Stiftung und mit Unterstützung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft führt die Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen eine Studie zum Stand der Digitalisierung im Schulsystem mit Schwerpunkt auf den Erfahrungen und Erwartungen der beteiligten Lehrkräfte durch. Damit soll eine einseitige Diskussion ausbalanciert werden, denn im Vordergrund der öffentlichen Diskussion um die Gestaltung der Digitalisierung im Bildungsbereich stehen die Vor- und Nachteile von Digitalisierung und Virtualisierung für Schülerinnen und Schüler, welche Kompetenzen dazu notwendig sind und welche Ressourcenausstattung dafür zielführend ist.

In dem laufenden Projekt liegt der Schwerpunkt auf den Herausforderungen für die Lehrkräfte und die Auswirkungen der Digitalisierung auf ihre Arbeitsbedingungen. Was sind ihre Erfahrungen, was ihre Erwartungen? Welche Chancen und Risiken kommen auf Lehrkräfte zu durch kollaborative Plattformen und digitale Kooperationsformen, durch die Omnipräsenz digitaler sozialer Medien in einem heute schon unter Entgrenzung leidenden Berufsstand (digitaler Stress)? Welche arbeitspolitischen Herausforderungen bringt die zunehmende Digitalisierung des Arbeitsplatz Schule für die Arbeitszeit und die Arbeitsbelastung von Lehrkräften mit sich?

Projektdesign

Das Projektdesign nimmt drei zentrale Dimensionen in den Blick:

Erstens erfolgt eine Bestandsaufnahme der Digitalisierung an Deutschlands Schulen aus Sicht der Lehrkräfte. Unter welchen Rahmenbedingungen ist sie erfolgt? Welche Aspekte sind wie weit entwickelt? Sind dabei Entwicklungsstufen erkennbar - z.B. erst Infrastruktur und Technik (ggf. ersatzweise zunächst mithilfe privater Endgeräte und Ressourcen), dann eine pragmatisch unterrichtsbezogene und erst zuletzt eine pädagogisch-didaktische Bewältigung der Digitalisierung? Aktuelle Einblicke zum Umsetzungsstand zeigen eine große Spannweite von derzeit noch fehlender Auseinandersetzung mit dem Thema bis hin zu ausgefeilten digitalen Konzepten in digitalen Klassen.

Zweitens sollen die Arbeitsbedingungen und die für Lehrkräfte typischen Belastungen  durch die Digita­lisierung erhoben werden, die in der arbeitswissenschaftlichen Betrachtung bislang noch kaum eine Rolle spielen. Wird die Digitalisierung im Schulsystem als (potenziell belastende) Zusatzaufgabe wahrgenom­men oder kann sie Entlastung verschaffen? Überwiegen aus Sicht der Lehrkräfte die arbeitsbelastenden oder die arbeitsentlastenden Potenziale? Sind Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitszufrieden­heit, auf gesundheitliche Risiken bzw. auf psychische Gefährdungen zu verzeichnen? Wie werden unter den neuen Möglichkeiten Entgrenzungs- und Vereinbarkeitsfragen bewertet, wie die neuen Kooperationsformen mit Schülerinnen und Schülern, wie die mit Kolleginnen und Kollegen?

Zum dritten sollen die Unterschiede zwischen den Bundesländern erhoben werden. Aufgrund der Länderzuständigkeit ist die Schulwirklichkeit in Deutschland hoch differen­ziert, es gibt Unterschiede zwischen einzelnen Schulformen, die Schulen werden unterschiedlich gut geführt und verfolgen in Bezug auf die Digitalisierung teils eigene Schulstrategien.

Aufgrund der (zeitlichen) Grenzen eines Fragebogens und angesichts der erkennbaren Vielfalt kann man bei der Analyse nicht jeden Aspekt vertiefen. Insofern ist eine Priorisierung notwendig. Es stellt daher eine zentrale Herausforderung der Studie dar, die Vielfalt angemessen empirisch abzubilden. Bisher leidet die Debatte sehr stark unter Vorstellungen von einer Schulwirklichkeit, die keineswegs von der empirischen Wirklichkeit gedeckt sind. Hier ist es notwendig, mehr Fakten und mehr Evidenz zur Verfügung zu stellen.

Vorgehen und Erfolgskriterien

Der Feldzugang erfolgte mithilfe der GEW-Landesbezirke, die gebeten wurden, sich entsprechend einer Quotenstichprobe für die Beteiligung einer bestimmten Anzahl von Schulen bzw. Lehrkräften einzusetzen. Dazu wurden an den Schulen der Länder potenzielle Multiplikator*innen angesprochen und bei Erfolg auf einer Projektplattform eingetragen, die dann an ihrer Schule für die Beteiligung möglichst vieler Kolleg*innen warben. Nur registrierte Lehrkräfte konnten an der anspruchsvollen Onlinebefragung (ca. 40-45 Min.) teilnehmen. Der Feldzugang wurde aus pragmatischen und Ressourcengründen auf regionaler bzw. lokaler Ebene organisiert.

Da die Vielfalt der Schulformen aufgrund der länderspezifischen Regelungen überaus aufwendig und auch methodisch herausfordernd ist, konzentriert sich das Studiendesign auf zwei Schulformen, bei denen das Digitalisierungsthema eine hohe Bedeutung hat und die gleichzeitig in der Bundesrepublik vergleichbar sind - auf Gymnasien und Gesamtschulen (alle Formen).

Länderspezifisch wurde entschieden, ob bzw. welche Gemeinschafts-, Stadtteil-, Ober- oder Mittel­schulen etc. hinzugezogen werden. Entscheidungskriterien sind, ob sie a) über Mittelstufen und/­oder Oberstufen verfügen, b) als „öffentliche Schulen“ nach Landesrecht gelten und sie c) für die gymnasiale Oberstufe qualifizieren. Weitere Sonderformen (z.B. sogenannte „Schularten mit mehreren Bildungsgängen“ von der 5./6. bis zur 9./10. Klassenstufe, die die Voraussetzungen für eine berufliche Qualifizierung schaffen), nahmen NICHT teil, weil nur durch eine Konzentration der Aufwand begrenzt und die Vielfalt handhabbar gemacht werden kann.

Angestrebt wurden repräsentative Befunde für möglichst viele (alle) Bundesländer. Für die meisten Bundesländer dürfte dieses Ziel auch erreicht worden sein (- eine abschließende Prüfung kann erst nach Ende der Plausibilitätsprüfungen erfolgen). Nach Ende der Feldphase steht aber schon jetzt fest, dass ein bundesweit aussagekräftiges Sample zur Verfügung steht!

Datenschutz

Alle Daten im Rahmen der Befragung werden streng vertraulich behandelt, sie werden in pseudonymisierter Form ausgewertet und im Sinne der geltenden Datenschutzbestimmungen nach der DSGVO und BDSG verarbeitet.

Die Analyse der Daten findet auf IT-Systemen statt, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechend gesichert sind. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer wissenschaftlichen Publikation derart veröffentlicht, dass anhand der veröffentlichten Informationen kein Bezug zu einzelnen Personen hergestellt werden kann.

Alle beteiligten Mitarbeiter*innen verpflichten sich auf die Vertraulichkeit im Umgang mit personenbezogenen Daten, Mitarbeiter*innen der Universität Göttingen sind dazu per Eid verpflichtet. Maßgeblich sind dabei die gesetzlichen Bestimmungen des europäischen und deutschen Datenschutzrechts. Daten, die beim Zugriff auf Onlinefragebögen protokolliert wurden, werden an Dritte nur übermittelt, soweit dazu eine gesetzliche oder durch Gerichtsentscheidung erlangte Verpflichtung besteht oder dies im Falle von Angriffen auf die Internetinfrastruktur zur Rechts- oder Strafverfolgung erforderlich ist. Eine Weitergabe von im Rahmen der Befragung erhaltenen personenbezogenen Daten an Dritte, zu kommerziellen oder nichtkommerziellen Zwecken, findet darüber hinaus nicht statt.

Interne Webseite

Die interne Projektseite der Studie erreichen Sie hier.